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Kulturhaus Eppendorf

Seit über 25 Jahren ein Haus für Alle


Ein ganzer normaler Vormittag im roten Klinkerbau, einer ehemaligen Polizeiwache: aus einem Raum dringen sanfte Gitarrenklänge - Nicolas zeigt seiner Schülerin die richtigen Griffe. Nebenan konferieren Anwohner mit Stadtplanern über die Neugestaltung des Eppendorfer Marktplatzes. Morgen werden an gleicher Stelle Frauen der „Eppendorfer Masche“ Nadel und Faden in Schwingungen versetzen.

Tanzgruppe Sol Mexicano
Tanzgruppe Sol Mexicano

Unterdessen bereiten kreative Flüchtlinge mit deutschen Freunden eine farbenfrohe Ausstellung im großen Saal vor. Bunt wie das Kursangebot ist auch das Wochenend-Programm auf der Bühne: Regelmäßig zu Gast ist der Comedy Club Eppendorf. Seit zwei Jahren präsentiert DJ Matze jeweils am ersten Samstag im Monat eine „Global Dance Party“, manchmal mit Live-Musik. Jede*r ist willkommen. Flüchtlinge haben dabei freien Eintritt. Auch das Impro-Theater „Dünnes Eis“ hat sich im Kulturhaus einen Namen gemacht. Kürzlich gab es einen bunten „Tag der Musik“, darunter Workshops, Chöre und ein Babykonzert. Demnächst werden die Ehrenamtlichen wieder im „Repair Café“ den Besuchern Hilfe zur Selbsthilfe geben.

Global Dance Party

Ein vierköpfiges Team kümmert sich um Kurse, Vermietung und Veranstaltungen. „Wir haben die Tradition der Bürgerhäuser aufgegriffen“, sagt Geschäftsführer Klaus Kolb; räumliche Alternativen im Stadtteil gibt es kaum. Inzwischen treffen sich unter dem Dach des Kulturhauses regelmäßig mehr als 40 Gruppen, Vereine und Initiativen. Das Haus erhält jährlich aus dem Stadtteilkulturfonds eine Förderung, dazu kommen Einnahmen durch das kleine Bistro sowie durch Eintrittskarten und Mieten.

Klaus Kolb ist der Mann für alle Fälle: er sitzt auch in den Vorständen der benachbarten Vereine Stadtteilarchiv Eppendorf und MARTINIerLEBEN. 2018 werden alle gemeinsam in das moderne neue Zentrum Martini 44 umziehen. „Wir freuen uns auf den Neubau“, sagt Klaus. Endlich können er und seine Mitstreiter*innen die Kultur aus dem Hinterhof herausholen. Auf Haupt- und Ehrenamtliche wartet viel Arbeit für die inhaltliche Gestaltung.

Barrierefreiheit


Geschäftsführer Klaus Kolb
Geschäftsführer Klaus Kolb

1989 wurde das Kulturhaus im Julius-Reincke-Stieg nach langem Umbau eingeweiht. Während der Arbeiten kamen die „Autonomen Jugendwerkstätten“ zum Zuge. Die jungen Arbeitslosen bauten hinter dem Gebäude eine Zufahrt für Mobilitätsbeeinträchtige. Klaus Kolb: „Die Rampe ist 20 Meter lang und hat ein Gefälle von 5 %“. Vereinsmitglieder schweißten in Eigeninitiative das Geländer mit fachkundiger Hilfe in der damals im Kulturhaus vorhandenen Metallwerkstatt. Eine Automatik-Tür sowie ein Behinderten-WC ergänzen seitdem das Angebot. 1990 konnte der erste Rollstuhlfahrer die Rampe nutzen. Auch im neuen Zentrum Martini 44 wird für Barrierefreiheit gesorgt: Für Rollifahrer wird es eine Hebebühne geben, um in den großen Saal zu kommen. Hörbehinderte werden durch Induktionsschleifen unterstützt, Sehbeeinträchtigte durch eine farblich-optimierte Wegeführung. Text: Hans Loose

Fotos: © Kulturhaus Eppendorf

  • Impro-Theater Dünnes Eis

    Impro-Theater „Dünnes Eis“

  • Flüchtlinge als Künstler

    Flüchtlinge als Künstler

  • Beratungsrunde Umbau Marktplatz

    Beratungsrunde Umbau Marktplatz

  • Repair-Café

    Repair-Café