Barmbek - Stadtteil der Gegensätze

Hamburg Barmbek AlstercityVom Dorf zur Vorstadt

Barmbek gehört zum Bezirk Hamburg-Nord, namensgebend für den Stadtteil war der Bach Barnebeke, die heutige Osterbek. Bis in die 1860er Jahre war Barmbeck ein Dorf mit bewirtschafteten Höfen, 1894 wurde es von Hamburg eingemeindet, 1946 in Barmbek umbenannt und 1951 in Barmbek-Nord und –Süd geteilt. Durch die guten Verbindungen in die Innenstadt, die unmittelbare Nähe zum Stadtpark und teils vorzügliche Einkaufsmöglichkeiten ist Barmbek sehr beliebt.
Berüchtigte Bürger wie der Lord von Barmbeck hatten hier ebenso ihre Heimat wie berühmte, darunter Helmut Schmidt, Angela Merkel, Ralph Giordano und Andreas Brehme. Die Errichtung der Hamburger Speicherstadt 1883 sowie der Ausbau des Freihafens und der damit erforderlichen Zwangsumsiedlung von ca. 20.000 Menschen bescherte Barmbek die Wandlung zur Vorstadt. Mit der Ansiedlung von Industrie entlang des Osterbekkanals und dem massiven Wohnungsbau unter Fritz Schuhmacher in den 1920er Jahren erhielt Barmbek-Nord seinen Ruf als Arbeiterstadtteil und das Erscheinungsbild wurde durch die vorwiegend erstellten Backsteinbauten geprägt.


Barmbek Mundsburg TowerIn Barmbek-Süd entstanden enge Hinterhäuser und Mietskasernen, ebenfalls vorwiegend von Arbeitern bewohnt. Die bei älteren Barmbekern noch häufig verbreitete Bezeichnung "Barmbek basch", das sogenannte freche, rüpelhafte, vorlaute Barmbek weist auf die Menschen hin, die durch dieses Milieu geprägt wurden.

Barmbek Osterbek Kanal

Verwandlung nach dem Krieg

In den Bombennächten 1943 wurde fast 90% der Bausubstanz zerstört oder war nicht mehr nutzbar. Der Wiederaufbau Barmbek-Nords erfolgte nach dem bewährten städtebaulichen Konzept Schuhmachers, Barmbek-Süds Gesicht wandelte sich beim Wiederaufbau in den 1950er Jahren vollständig.
Um diesen Tendenzen entgegenzuwirken gehört Barmbek-Nord in Sachen Wohnungspolitik zu den aktivsten Regionen. Bestehender Wohnraum wird umgebaut sowie energetisch saniert und es entstehen Neubauprojekte mit so klingenden Namen wie Quartier21, Parklane, Loft31 und Waterfront. Die Hauptstraße des Stadtteils, die "Fuhle" (Fuhlsbüttler Straße), wurde umfänglich umgestaltet.

Barmbek Bartholomaeus Bad Barmbek-Süd wird von den weithin sichtbaren Hochhäusern des Mundsburg-Centers dominiert, die mit dem beliebten Einkaufszentrum in der Hamburger Straße, der Hamburger Meile, eine Einheit bilden. Das ehemalige Gaswerk ist dem Bürokomplex der Alster City gewichen und viele der erhalten gebliebenen Häuser aus der Gründerzeit werden zurzeit aufwendig renoviert.
Kulturell gibt es kein Nord-Süd-Gefälle.
In Barmbek-Nords Bürgerhaus finden neben den Treffen verschiedener Vereine, Foren und Gremien regelmäßig musikalische und weitere Veranstaltungen statt. Das Kulturzentrum Zinnschmelze als Teil des Museums der Arbeit auf dem Gelände der ehemaligen
"New-York Hamburger Gummi-Waaren Compagnie" bietet neben künstlerischen Darbietungen ein Café an.
Als Stadtteil- und Kulturzentrum im Südteil versteht sich die "Barmbek Basch" genannte Einrichtung mit einem vielfältigen Programm. In der 2004 geschlossenen, trutzigen Bugenhagenkirche hat sich die Kultur Bühne Bugenhagen etabliert und das Theater an der Marschnerstraße empfiehlt sich als größte Amateurbühne der Stadt.

Barmbek Blaue LokBarrierefreies Barmbek

Verkehrstechnisch ist Barmbek-Nord mit dem gleichnamigen U/S-Bahnhof, dem U-Bahnhof Habichtstraße und den S-Bahnhöfen Alte Wöhr und Rübenkamp, sowie etlichen Buslinien hervorragend erschlossen und kann zumeist barrierefrei erkundet werden. Bis auf den U-Bahnhof Habichtstraße sind die Bahnhöfe mit Fahrstühlen ausgestattet.

Durch die U3 mit den Bahnhöfen Dehnhaide und Hamburger Straße, beide mit Fahrstühlen ausgerüstet, sowie diversen Buslinien ist Barmbek-Süd hervorragend zu erreichen, der ganze Stadtteil ist bis auf wenige Ausnahmen für Rollstuhlfahrer zu bewältigen.