Harvestehude - nah am Wasser gebaut

Hamburg Harvestehude: Brahmsallee
Vornehme Tränen

"Hier ist es ja zum Heulen schön", hörte ich gerade neulich eine Touristin zu Ihrem Begleiter sagen. Das stimmt schon und kommt auch nicht von ungefähr. Harvestehude war mal eines der vornehmsten Viertel Hamburgs, hier haben sich wohlhabende Hamburger Kaufleute ihr Domizil errichtet. Viele Villen und Herrenhäuser prägen noch heute das Bild des Stadtteils. Besonders die Ehefrauen der Kaufleute haben sich im neunzehnten Jahrhundert gern mit ihren Gärten und eigenen Anpflanzungen beschäftigt, aber natürlich mussten sie nicht davon leben.

Hamburg Harvestehude: Haus und Katze
Fähre zum Kloster

Harvestehude hat seinen Namen dem gleichnamigen Kloster zu verdanken und - wie könnte es anders sein -, die Bedeutung des Namens ist umstritten. Auf jeden Fall geht es um einen Fähranleger, soviel scheint sicher. Das könnte passen, denn Harvestehude liegt im Nordwesten der Außenalster und hier gibt es natürlich auch einen Fähranleger. Der Anleger selbst ist barrierefrei, die Schiffe der Alstertouristik - auch "Weiße Flotte" genannt - sind es leider nicht.

Im Nordwesten im Bereich Grindelberg/Oberstraße/Brahmsallee/Hallerstraße war der Stadtteil nach 1945 stark zerstört, weshalb die britische Militärregierung auch die Grindelhochhäuser in Auftrag gab. Diese 12 Hochhäuser mit bis zu 14 Stockwerken galten in den fünfziger Jahren als hochmodern und waren später, vor allem auch wegen des günstigen Mietpreises und der zentralen Lage, bei Studenten ganz besonders beliebt. Heute steht das Ensemble unter Denkmalschutz und ist für Interessierte auf jeden Fall sehenswert.

Hamburg Harvestehude: Isemarkt

Barrierefrei, facettenreich und nahrhaft

Gleich nebenan liegt der Innocentiapark, von den Anwohnern liebevoll "Inno" gerufen. Eine runde, gut überschaubare und beliebte kleine Parkanlage, in der sich auch mobilitätseingeschränkte Personen gut bewegen können.

überhaupt haben Rollstuhlfahrer in Harvestehude eigentlich keine Probleme. Die Bürgersteige sind in der Regel bestens befahrbar und ein überqueren der Straßen ist ohne Probleme möglich - falls nicht, hilft hier jeder gern. Harvestehude ist ein Stadtteil mit vielen kleinen gastronomischen Betrieben, die zum Verweilen einladen. In der Isestraße findet 2 mal wöchentlich der weit über Hamburgs Grenzen bekannte Isemarkt statt. Die Universität ist gleich nebenan, Busse und Bahnen fahren an jeder Ecke. Die Häuser sind aus der Gründer- und Jugendstilzeit, kein Wunder also, dass sich Künstler hier gerne niederlassen.