Die Neustadt – 400 Jahre jung

Fußgängerzone in Ottensen

Die Neustadt liegt zentral zwischen der Altstadt, St. Pauli und Rotherbaum. Die Grenzen werden vom Alsterfleet im Osten, der Elbe im Süden und den Wallanlagen zwischen Elbe und Binnenalster nach Westen und Norden gebildet. Der Stadtteil ist eine Mischung aus Geschäfte, Kontore und Banken und Stadt nahen und deshalb auch begehrten Wohnquartiere überwiegend rund um den Großneumarkt und dem Michel herum.

Die zwischen 1615 und 1626 angelegte neue Befestigungsanlage zur Erweiterung der Stadt, hatte eine rasche Besiedelung dieser Gebiete zur Folge. Aber erst 1685 wurde die Kirche St. Michaelis zur Hauptkirche und erst damit erlangten die Bewohner der Neustadt die gleichen Rechte wie die altstädtische Bevölkerung.

Die evangelische Hauptkirche St. Michaelis, in Hamburg „Michel“ genannt, ist die bekannteste Kirche Hamburgs und ein Wahrzeichen dieser Stadt, da sie von einlaufenden Schiffen gut sichtbar ist. Die heutige Kirche ist der dritte Kirchenbau an dieser Stelle. Da sich in der Neustadt vorwiegend die Mittel- und Unterschicht ansiedelte, wurde sie bald zum Armenviertel und später auch in einigen Bereichen um die Poolstraße zum Judenviertel, ohne dass hier ein Ghetto oder spezielle Judengassen entstanden, wie in anderen Städten.

Die Bewohner lebten vorwiegend in sogenannten Gängevierteln. Als Gängeviertel wurden in Hamburg die besonders eng mit Fachwerkhäusern bebauten Wohnquartiere bezeichnet. Die Wohnungen waren nur durch schmale Straßen, verwinkelte Hinterhöfe, Torwege und die Namens gebenden Hamburg Neustadt FachwerkhäuserGänge zwischen den Häusern zu erreichen. Die Choleraepidemie von 1892, die hier besonders wütete, und der Streik der Hafenarbeiter von 1896/97 machten die unhaltbaren hygienischen Zustände deutlich und führte zu einem Beschluss der Stadt, eine Sanierung der Neustadt durchzuführen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg, mit den für Hamburg verheerenden Bombenangriffen, die  auch in der Neustadt erhebliche Schäden verursachten, wurde der Wallgraben mit Trümmern zugeschüttet und zu einer Parklandschaft umgebaut. Nur ein kleines Stück im ehemaligen Botanischen Garten ist heute noch erhalten.

Dort, zwischen den Kleinen und den Großen Wallanlagen, befindet sich am Sievekingsplatz das Justizforum, bestehend aus drei U-förmig um den Platz angeordneten Gebäuden. Das Hamburgische Verfassungsgericht, das hanseatische Oberlandesgericht sowie das Land- und das Amtsgericht sind dort untergebracht.

In den 1970er Jahren wurde die Gegend zwischen Michel und dem Hafen zu einem Schwerpunkt portugiesischer Einwanderer. Der Grund für diese Entwicklung waren die vergleichsweise günstigen Mieten und die Nähe zum Hafen mit den dort angebotenen Arbeitsplätzen. Diese Zuwanderung gab dem Viertel auch seinen heutigen Namen.
Mitten im Portugiesenviertel, an der Ditmar-Koel-Straße, wurden im 20.Jahrhundert von den Ländern Dänemark, Finnland, Norwegen und Schweden für ihre seefahrenden Mitglieder Kirchen errichtet: die nordischen Seemannskirchen.
Ebenfalls in der Nähe, am Zeughausmarkt steht die „englische Kirche“ St.-Thomas-a-Becket-Church.

Das Bismarck-Denkmal der Stadt Hamburg, erbaut in den Jahren 1901-1906,  steht am Rande der Neustadt, in der Nähe der Landungsbrücken am Hafen, auf einer Anhöhe im Alten Elbpark. Mit 34,3 Metern Gesamthöhe die größte Statue des ersten deutschen Reichskanzlers weltweit.

Menschen mit eingeschränkter Mobilität können sich nicht überall uneingeschränkt und ohne Hilfe bewegen. Planten un Blomen ist im Prinzip machbar, am Elbrand und in kleineren Straßen stellt vor allem Kopfsteinpflaster teilweise ein erhebliches Problem dar. Im gedruckten Stadtteilführer Barrierefreies Hamburg, Ausgabe Innenstadt, finden Sie alle Barrieren eingezeichnet.