Rotherbaum - Mit Fahrrad und Porsche

Vom Schlagbaum zum Stadtteil

Hamburg-Rotherbaum
Der Stadtteil Rotherbaum gehört zum Bezirk Eimsbüttel und grenzt im Norden an Harvestehude, im Osten an die Außenalster und St. Georg, im Süden und Westen an die Neustadt, Sternschanze und St. Pauli. Das Gebiet um die Rothenbaumchaussee wird häufig auch als Rotherbaum bezeichnet, aber die Konzerte des "NDR am Rothenbaum" oder "Tennis am Rothenbaum" finden im Stadtteil Harvestehude statt.

Ein roter Schlagbaum an der Chaussee nach Eppendorf wird als Namensgeber genannt. Zu dieser Zeit bestand Rotherbaum vorwiegend aus Landhäusern und Gartengrundstücken im Vorfeld der Hamburger Befestigungen. Nach dem "Großen Brand" 1842 begann verstärkt die Bebauung. Während östlich der Rothenbaumchaussee grandiose Stadthäuser und Villen errichtet wurden, entstanden um den Grindelberg ganze Hamburg Rotherbaum, Feldbrunnen Straßenzüge mit mehrgeschossigen Wohngebäuden und Terassenanlagen. 1871 wurde Rotherbaum zum Vorort Hamburgs und 1894 zum Stadtteil erklärt. Bis zur Verfolgung durch die Nationalsozialisten spielte das jüdische Leben im Stadtteil eine große Rolle, so gab es mehrere Synagogen und mit der Thalmud-Thora-Schule die größte Einrichtung dieser Art in Norddeutschland.


Hamburgs UniversitätGeistige und materielle Werte

Mit der Gründung der Universität 1919 kam frischer Wind in den Stadtteil. Mit ca. 40.000 Studenten ist die Hamburger Universität die fünftgrößte in Deutschland und die größte in Norddeutschland. Neben dem alten Hauptgebäude gegenüber dem Dammtorbahnhof, heute Sitz der Verwaltung, liegen die Gebäude der Fakultäten verstreut um den Hauptcampus am Von-Melle-Park im Grindelviertel. Auf der anderen Seite der Grindelallee, um den Martin-Luther-King-Platz, befinden sich die beiden markanten Hochhäuser "Geomatikum" bzw. "Philosophenturm". Rund um die Universität findet sich alles, was das studentenherz begehrt: Buchhandlungen, Antiquariate, Supermärkte und viele kleine Einzelhändler sorgen für ein buntes Treiben. Cafe´s, Kneipen sowie verschiedene Restaurants und Imbisse bieten gastronomische Vielfalt zu bezahlbaren Preisen.

Hamburgs MilchstraßeDas genaue Gegenteil ist das als Pöseldorf bekannte Quartier um die Milchstraße zwischen Mittelweg und Außenalster. Gern als "Edelviertel" bezeichnet, hat die Mischung von Villen, ehemaligen Häusern für Handwerker und Dienstboten, schmalen Gassen und Innenhöfen ihren speziellen Reiz. Wer hier wohnt hat Geld und zeigt es auch. Nirgends in Hamburg sieht man so eine Dichte von hochpreisigen Fahrzeugen und auch die Geschäfte sind dem exklusiven Geschmack angepasst. Neben Antiquitätenhändlern, Galerien, Juwelieren und Geschäften für Mode und Lifestyle gibt es schicke Bars und raffinierte Restaurants.

Hamburgs Museum für Völkerkunde Kultur, die weite Welt und zahlreiche Barrieren

Auch kulturell kann man im Stadtteil Rotherbaum viele Angebote finden. Das Museum für Völkerkunde Hamburg bietet - so das eigene Motto - ein Dach für alle Kulturen, die in wechselnden Ausstellungen und Veranstaltungen präsentiert werden. Das Geologisch- Paläontologische Museum Hamburg, das Mineralogische Museum Hamburg und das Zoologische Museum Hamburg sind Teile der Universität und kostenlos zu besichtigen.

Die Hamburger Kammerspiele sind weit über Hamburgs Grenzen bekannt, ebenso das als eines der ältesten Programmkinos geltende Abaton, das wegen seines abwechslungsreichen Spielplans von Cineasten geliebt wird. Neben der Hochschule für Musik und Theater, der staatlichen Jugendmusikschule und dem Neuen Knabenchor Hamburg gibt es einige Musikkneipen und im Live- Club "Logo" finden seit den 1970er Jahren Konzerte statt.



Hamburgs US-Konsulat

Das diplomatische Corps weiß ebenfalls Rotherbaum zu schätzen: Nicht weniger als 15 Vertretungen sind hier ansässig, darunter das Generalkonsulat der USA an der Alster. Wegen der besonderen Sicherheitslage ist dort ein ganzer Straßenzug für Autos gesperrt.

Obwohl vieles getan wird, vor allem für die Studierenden, ist Rotherbaum nicht wirklich barrierefrei. Dies liegt nicht nur an den zahlreichen historischen Gebäuden, sondern auch an den zur Auflockerung des Straßenbildes verwendeten Pflastersteinen. Die können zwar ein Blickfang sein, für Rollstuhlfahrende sind sie aber unnötige Hindernisse.