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Uhlenhorst - Wo Staatsgäste ruhen

Uhlenhorstkanal in Uhlenhorst (Hamburg)
und die Alster am Schönsten ist

Auf der Uhlenhorst, das ist Leben am Wasser inmitten der Stadt Hamburg. Die Alster ist immer nur wenige Gehminuten entfernt, dazu gibt es Kanäle, die den Stadtteil durchziehen, unzählige Brücken und lauschige Plätzchen, an denen Trauerweiden ihre Zweige im Wasser baumeln lassen. Enten schnattern, Gänse eilen über Fußwege und Hunde jagen den gefiederten Tieren hinterher.

Vom Vorort zum Stadtteil

Erst im Jahre 1894 wurde das Gebiet offiziell zu einem Hamburger Stadtteil. Heute bietet Uhlenhorst mit Nachkriegsbauten aus den 1960er- und 1970er-Jahren im Vergleich zu den Villengegenden westlich der Alster ein architektonisch uneinheitliches Bild. Straßenzüge, die mit weißen Jugendstilhäusern glänzen, sind hier die Ausnahme. Im östlichen Teil der Uhlenhorst, Richtung Barmbek, dominieren die für Hamburg so typischen roten Backsteinhäuser im Baustil der 1920er Jahre. Hofweg in Uhlenhorst (Hamburg)

Der schönste Aussichtspunkt der Stadt

Nur noch die "Schöne Aussicht" ist ausschließlich mit prachtvollen Villen bebaut. Diese Straße zweigt in der Nähe des Literaturhauses vom Schwanenwik ab und führt am Alsterufer entlang in Richtung Norden. Ihre Anwohner blicken auf den Wanderweg, der das Ufer säumt. Hier schlendern Schauspieler und lernen ihre Texte, besuchen iranische Familien die hellblau gekachelte schiitische Imam-Ali-Moschee oder lassen die Mitglieder der Segel- und Ruderklubs ihre Boote zu Wasser. An warmen Sommertagen breiten sich Grill- und Picknickgesellschaften auf der Wiese am Schwanenwik aus. Der Name der "Schönen Aussicht" ist wörtlich zu verstehen, denn der Blick über die Alster auf die Innenstadt mit ihren fünf Kirchtürmen, dem Fernsehturm, der Alsterfontäne und dem Rathaus ist einzigartig. Bei Tag, aber auch bei Nacht, wenn die Stadt nur noch als schimmernde Lichterkette über dem Wasserspiegel zu sehen ist, ist dies einer der attraktivsten Standpunkte, um ein Hamburg-Foto zu schießen.

Mundsburger Kanal in Uhlenhorst (Hamburg) Etwa 300 m entfernt von diesem schönsten Aussichtspunkt der Hansestadt zieht sich eine der wichtigsten Uhlenhorster Einkaufsstraßen durch den Stadtteil - die Papenhuder Straße. Nützliche Dinge des täglichen Bedarfs sind hier die Ausnahme. Neben einem Geschäft für japanische Kimonos und mehreren Kürschnern lockt der "Papenhut" diejenigen, die auf der Suche nach einer Kopfbedeckung sind. Gerda Hüsch verkauft in ihrem Weihnachtsladen das ganze Jahr über Christbaumschmuck. Liebhaber des norddeutschen Humors holen sich ein paar Meter weiter im Büro des Komikers Otto Waalkes ein Autogramm oder erwerben einen "Ottifanten".

Staatsgäste am Feenteich

Bekannte Unternehmerpersönlichkeiten, Autoren und Musiker wohnen auf der Uhlenhorst. Für die größten Schlagzeilen sorgen jedoch die prominenten Kurzzeitbesucher des Stadtteils. Im Gästehaus des Senats am Feenteich übernachten gekrönte und ungekrönte Häupter. Eine Polizei-Eskorte, sowie das Boot der Wasserschutzpolizei, welche unter der Feenteichbrücke hindurch gleitet, sind sichere Zeichen dafür, dass wieder einmal ein Staatsbesuch im Gästehaus weilt.

Ernst Deutsch Theater in Uhlenhorst (Hamburg)
Mehr als das gelesene Worte im Literaturhaus

Die eher kulturell interessierte Prominenz beehrt die Uhlenhorst, wenn Lesungen in der ehemaligen Ebelin Villa, dem heutigen Literaturhaus, anstehen. Siegfried Lenz und Paul Auster haben bereits in dem schönen Jugendstil-Stadthaus am Schwanenwik vorgelesen. Das Café mit seinen Stuckdecken, Kronleuchtern und dem Blick in den verwunschenen Garten ist auch ein ästhetisches Juwel. Weitere kulturelle Einrichtungen in Uhlenhorst sind das renommierte Ernst-Deutsch-Theater und das Englische Theater an der Mundsburg.

St Gertrud Kirche in Uhlenhorst (Hamburg) Im Süden der Uhlenhorst ist der 88 Meter hohe Turm der Kirche St. Gertrud einer der höchsten Punkte im eher niedrig bebauten Stadtteil. Die Kirche ist bis heute nicht nur ein schöner Blickfang; sie bildet auch einen Orientierungspunkt innerhalb der Hansestadt. In ihrer unmittelbarer Nähe ist auch die Luthereiche zu sehen. Sie ist seit 1889 von einem Zyklus von acht Steinpfeilern umgeben, die einerseits die damaligen acht Hamburger Kirchspiele bezeichnen und auf der Rückseite die wichtigsten Stationen der Reformation benennen.

Eine weitere Sehenswürdigkeit ist der Cholerabrunnen im Hofweg. Als während der Cholera-Epidemie Ende des 19. Jahrhunderts das Hamburger Leitungswasser verseucht war, ließ der Hausbesitzer am Hofweg 51 einen Brunnen bohren. Von dort versorgte er die Umgebung mit frischem Wasser. Der stillgelegte Brunnen wurde später mit einer kleinen Gedenktafel versehen und existiert heute noch.

Und wie steht es mit der Barrierefreiheit in Uhlenhorst?

An der Alster teilen sich die Rollstuhlfahrenden den Wanderweg mit Joggern und Radfahrern. Der Stadtteil Uhlenhorst gilt nur als bedingt barrierefrei. In vielen baumbestandene Nebenstraßen wurden in jüngster Zeit die Gehwegplatten in Nähe der Bäume entfernt. Diese sind für Rollstuhlfahrer, Rollatorbenutzer und Gehbehinderte ein Problem, denn die mit Kiessand aufgefüllten Streckenabschitte sind uneben und füllen sich nach Regenfällen. Auch werden die Gehwege durch parkende Autos eingeengt. Nur die Hauptstraßen, wie der Winterhuder Weg, die Hamburger Straße, die Papenhuder Straße, der Hofweg und das Lerchenfeld sind barrierefrei gestaltet. Die U-Bahnstation Uhlandstraße ist zur Zeit weder mit Rolltreppen noch mit Aufzügen ausgestattet.

Für ortsfremde Autofahrer ist es wichtig zu wissen: Die Sierichstraße und die daran anschließende Herbert-Weichmann-Straße sind Einbahnstraßen mit tageszeitabhängiger Fahrtrichtung
(morgens nach Süden - abends nach Norden).