Wellingsbüttel – reich und schön

Hamburg Wellingsbüttel GenerationshausTanz im Torhaus

Wellingsbüttel zählt zu den reichsten Hamburger Stadtteilen, weil das durchschnittliche Einkommen dort mit etwa 72.000 Euro jährlich beziffert wird und es somit mehr als doppelt so hoch ist wie der Hamburger Gesamtdurchschnitt. Soviel zum Golde, nun zur Schönheit. Geprägt ist das Bild dieses Stadtteils von Einzelhäusern, mächtige alte Buchen und Eichen säumen den Alsterlauf, erhaltene Grünzonen und Waldgebiete sorgen für die nötige Prise Natur. Schönheitsfleck von Wellingsbüttel ist ein über 250 Jahre altes, imposantes Herrenhaus. Dessen vorgelagertes Torhaus, ursprünglich als Pferdestall genutzt, ist heute ein wunderbarer Rahmen für 50 – 60 Kulturveranstaltungen pro Jahr und begehrter Ort für romantische Hochzeiten, stilvolle Empfänge und fröhliche Feiern. Außerdem ist das Torhaus gleichzeitig noch ein kleines Museum – das Alstertal-Museum. Während des ganzen Jahres werden in dem Torhaus volkskundliche Exponate und bäuerliche Gerätschaften aus dem Oberalster-Raum ausgestellt, die sich thematisch mit der Geschichte Wellingsbüttels beschäftigen.

Hamburg Wellingsbüttel Wellingsbüttler StraßeHeute bremisch, morgen schwedisch…

Die Geschichte Wellingsbüttels kann man anhand von Urkunden bis ins Jahr 1296 zurückverfolgen. Sie ist recht wechselvoll gewesen. Der Ort war 1412 im Besitz Bremer Erzbischöfe, gelangte 1648 an die Schweden. 1673 erwarb die Familie von Kurtzrock das Gut. Nach Streit mit dem dänischen König musste die Familie 1806 verkaufen. Der Kaufmann Otto Jonathan Hübbe ließ es 1912 durch die „Alsterthal-Terrain-Actien-Gesellschaft“ parzellieren. Damit begann die Einzelhausbesiedelung. 1937 wurde Wellingsbüttel durch das Groß-Hamburg-Gesetz Teil von Hamburg. Danach bekam das Stadtviertel unerwartet einen König. Nein, keinen richtigen König, sondern den berühmten Spaßvogel Heinz Erhardt, den die dort ansässigen Leute den „König von Wellingsbüttel“ nannten, seitdem er sich nach dem zweiten Weltkrieg für 20.000 Mark ein Domizil für seine sechsköpfige Familie im Hamburger Norden kaufte.

Hamburg Wellingsbüttel Wellingsbüttler Straße Wellingsbüttel wurde Anfangs noch „Waldingsbutle“ genannt. Der Name geht auf eine sächsische Gründung durch einen Mann namens Walding zurück. Das „Büttel“ leitet sich aus dem sächsischen Wort Wohnstätte ab.

Barrierefreie Anreise nur mit dem Bus

Seit vielen Jahren wird von den Alstertalerinnen und Alstertalern ein barrierefreier Ausbau des S- Bahnhofs Wellingsbüttel (S 1, S 11) gefordert. Insbesondere viele ältere Menschen haben täglich große Probleme, den Bahnsteig zu erreichen. Eine schnelle Lösung scheint nicht in Sicht, denn der Senat stellt sich quer. Eine konkrete Planung zu einem barrierefreien Ausbau liegt bis heute (Dez. 2014) leider nicht vor. Zwei Busse, die Linien M27 und 168, pendeln zwischen Wellingsbüttel, Farmsen, Jenfeld und Billstedt (M27) bzw. zwischen Wellingsbüttel, Berne, Farmsen und Rahlstedt (168) und ermöglichen somit eine barrierefreie An- und Abfahrt.

Ist man erst einmal in Wellingsbüttel angekommen, kann man sich dort dank der gut passierbaren Asphalt- und Steinplattenwege, die keine oder kaum Steigungen und Senkungen aufweisen, auch mit körperlichen Einschränkungen problemlos bewegen.