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Woche der Inklusion


Woche der Inklusion

Bereits zum dritten Mal richtet die Senatskoordinatorin für die Gleichstellung behinderter Menschen, Ingrid Körner, die „Woche der Inklusion“ aus. Genau genommen handelt es sich um Wochen, denn vom 13. November bis 10. Dezember 2017 sind alle Menschen, Vereine, Institutionen und Gruppen in der Hansestadt aufgerufen, inklusive Aktivitäten kennen zu lernen und sich zu beteiligen. Ziel ist es laut Körner, „so viele Menschen wie möglich für den Inklusionsgedanken zu gewinnen.“

Im Jahr 2015 beteiligten sich mehr als 50 Einzelpersonen, Organisationen und Institutionen. Im Jahr 2016 konnte daran angeknüpft werden: Interessierte konnten sich über Möglichkeiten der barrierefreien Gestaltung von Büro- und Freizeiträumen in Betrieben informieren, Sportvereine stellten integrative Sportmöglichkeiten vor, der Boberger Stammtisch, „ein regelmäßiges Zusammentreffen von frisch betroffenen und erfahrenen Menschen mit Querschnittslähmung sowie deren Angehörigen“ lud zum Kennenlernen ein, Künstlerinnen und Künstler brachten sich ein und vieles mehr.

Auch „barrierefreies Hamburg“ beteiligte sich im vergangenen Jahr an der Aktionswoche. Betroffene waren eingeladen, Ihre Erfahrungen mit Barrieren in Hamburg zu schildern. „Ob Menschen mit Behinderung, Senioren, Familien mit Kinderwagen oder auch Übergewichtige, alle haben ihre ganz persönlichen Erfahrungen mit Barrieren“, war in der Einladung zu lesen.

Vielfältiges Programm


Das diesjährige Programm ist ebenfalls sehr facettenreich: Sport, Kultur, Kochen, Aktionstage, Workshops, Beratungsangebote, Treffpunkte, Lesungen, Theater, Filme, Unterhaltung, Spieleabende, Ausstellungen, Symposien und vieles mehr. Das vollständige Angebot finden Sie hier.

Die Diakonie informiert zum Thema „Leben mit Demenz“, die Bücherhallen laden ein zu einer spannenden Reise in die Welt der Brailleschrift, die Generation „Silber & Smart“ kann sich von „Youngsters“ bei der Nutzung ihrer mobilen Geräte unterstützen lassen, Aikido speziell für Gehörlose und Menschen mit eingeschränkter Sehfähigkeit wird angeboten, der Seniorenkreis des Bürgerhauses Allermöhe lädt ein zur Besichtigung des KZ Neuengamme, der „FC St. Pauli“ zum Blinden-Fußball sowie das „Café Ursprung“ in Hamm zum taiwanesisch Essen. Das „Goldbeckhaus“ hat sich zum Ziel gesetzt, die Welt zu retten – vorerst allerdings in einem inklusiven Theaterstück. DIE LINKE diskutiert die Forderung, den Arbeitsmarkt für Menschen mit Handicap konsequent zu öffnen. Die S-Bahn Hamburg bietet ein Ein- und Ausstiegstraining für Menschen im Rollstuhl an und der HVV Mobilitätstraining für Seniorinnen und Senioren. „Allerleirauh“ informiert über Unterstützungsmöglichkeiten für Frauen und Mädchen mit Handicap, die Opfer von (sexualisierter) Gewalt wurden. Das „Metropolis“-Kino präsentiert den Dokumentarfilm „Love & Sex & Rock'n Rollstuhl“, der den Wunsch nach Liebe und Sexualität und dessen häufig schwierige Umsetzung thematisiert.

Es weihnachtet sehr


Die Kulturküche Alsterdorf steuert „menschliche Wärme und Liebe“ bei: In dem Theaterstück „Die Kerzenmacher“ wird Flame Kerzenmacher mit seiner Assistentin Tatjana Dochtir auf die Reise geschickt, DIE Kerze zu finden, die heller, länger, schöner brennt, um den Menschen das perfekte Glück zu bescheren. „Die Reise der beiden geht durch das ganze Land, an den Zwergen-Minen und dem Vogel-Orakel vorbei bis auf den Meeresgrund, um schließlich festzustellen, dass die Lösung von Anbeginn ganz nah bei ihnen zu finden war...

Im Mittelpunkt des Märchens steht der Kerzenmacher Flame, der - getrieben von wirtschaftlicher Gier und von Erfolgsdruck - symbolisch für die Werte unserer Konsumgesellschaft steht. Dass allein ´besser und größer` die Menschen nicht glücklich macht, wird auf seiner Reise deutlich“ (Quelle).

Das Theaterstück ist der Beitrag der Organisation „Autisten für Autisten“ (AfA), dem ersten bundesweiten Peer-to-Peer-Projekt mit Unterstützungsangeboten, die „vor allem Menschen aus dem Autismus Spektrum einen persönlichen Zugang zum Ersten Arbeits- und Ausbildungsmarkt ermöglichen und erleichtern.“

Zum Abschluss der Themenwochen läuten dann Plätzchen backen und Märchenvorstellungen mit Gebärdendolmetscherinnen und -dolmetschern die Vorweihnachtszeit ein.

Das Programm ist sehr facettenreich und wird nicht nur von den „üblichen Verdächtigen“ wie „Aktion Mensch“, die „Lebenshilfe“ oder den „Alsterdorfer Anstalten“ getragen, sondern das Schauspielhaus, das Thalia-Theater, das Metropolis-Kino, der FC St. Pauli, der HSV, die Bahn, der HVV, Stadtteil-Kulturzentren, politische Parteien, Beratungsstellen, Sportvereine, die Bücherhallen, die Hamburger Kunsthalle, Kirchen, Museen und viele mehr bringen sich ein. Das Angebot ist „inklusiv“ im besten Sinne: Es richtet sich an alle – unabhängig von Alter, Geschlecht, sozialer, ethnischer oder kultureller Herkunft oder Religionszugehörigkeit sowie ohne und mit Handicap.Text: Birgit Gärtner