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Harvestehude

15. Februar 2018 | Von

Nah am Wasser gebaut – vornehme Tränen

Straßenansicht eines zweistöckigen Altbau-Wohngebäudes in der Brahmsallee in Hamburg Harvestehude. Im Vordergrund eine ruhige Anwohnerstraße

Altbauwohngebäude in der Brahmsallee

„Hier ist es ja zum Heulen schön“, hörte ich gerade neulich eine Touristin zu Ihrem Begleiter sagen. Das stimmt schon und kommt auch nicht von ungefähr.
Harvestehude war mal eines der vornehmsten Viertel Hamburgs, hier haben sich wohlhabende Hamburger Kaufleute ihr Domizil errichtet. Viele Villen und Herrenhäuser prägen noch heute das Bild des Stadtteils. Besonders die Ehefrauen der Kaufleute haben sich im neunzehnten Jahrhundert gern mit ihren Gärten und eigenen Anpflanzungen beschäftigt, aber natürlich mussten sie nicht davon leben.

Graffito an einer Hauswand in Hamburg Harvestehude über die komplette Fläche der circa dreistöckigen Fassade. Motiv zeigt eine auf einer Fensterbank sitzende Katze. Auf der dort dargestellten Außenansicht erkennt man die Hamburger Außenalster mit Segelbooten.

Haushohes Graffito mit Katze auf Fensterbank vor der Außenalster mit Segelbooten.

Fähre zum Kloster
Harvestehude hat seinen Namen dem gleichnamigen Kloster zu verdanken und – wie könnte es anders sein – die Bedeutung des Namens ist umstritten. Auf jeden Fall geht es um einen Fähranleger, soviel scheint sicher. Das könnte passen, denn Harvestehude liegt im Nordwesten der Außenalster und hier gibt es natürlich auch einen Fähranleger. Der Anleger selbst ist barrierefrei, die Schiffe der Alstertouristik – auch „Weiße Flotte“ genannt – sind es leider nicht.

Im Nordwesten im Bereich Grindelberg, Oberstraße, Brahmsallee, Hallerstraße war der Stadtteil nach 1945 stark zerstört, weshalb die britische Militärregierung auch die Grindelhochhäuser in Auftrag gab. Diese 12 Hochhäuser mit bis zu 14 Stockwerken galten in den fünfziger Jahren als hochmodern und waren später, vor allem auch wegen des günstigen Mietpreises und der zentralen Lage, bei Studenten ganz besonders beliebt. Heute steht das Ensemble unter Denkmalschutz und ist für Interessierte auf jeden Fall sehenswert.

Barrierefrei, facettenreich und nahrhaft

Impression vom Isemarkt in Hamburg Harvestehude, einem Wochenmarkt unterhalb eines Hochbahn-Viadukts. Szenerie zeigt einen Obststand mit einzelnen wartenden Kunden

Der beliebte Wochenmarkt in Harvestehude unterhalb des U3-Viadukts, der Isemarkt.

Gleich nebenan liegt der Innocentiapark, von den Anwohnern liebevoll „Inno“ gerufen. Eine runde, gut überschaubare und beliebte kleine Parkanlage, in der sich auch mobilitätseingeschränkte Personen gut bewegen können.

Überhaupt haben Rollstuhlfahrer in Harvestehude eigentlich keine Probleme. Die Bürgersteige sind in der Regel bestens befahrbar und ein überqueren der Straßen ist ohne Probleme möglich – falls nicht, hilft hier jeder gern.
Harvestehude ist ein Stadtteil mit vielen kleinen gastronomischen Betrieben, die zum Verweilen einladen. In der Isestraße findet 2 mal wöchentlich der weit über Hamburgs Grenzen bekannte Isemarkt statt. Die Universität ist gleich nebenan, Busse und Bahnen fahren an jeder Ecke. Die Häuser sind aus der Gründer- und Jugendstilzeit, kein Wunder also, dass sich Künstler hier gerne niederlassen.

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Auf einen Blick

Fläche 2 km2
Einwohner Etwa 17100
Einwohner / km2 8600
Barrierefreie Toiletten 0
Postleitzahlen 20144, 20146, 20148, 20149, 20249, 20253
Visualisierung der örtlichen Lage innerhalb Hamburgs

Kunst und Kultur, Sehenswürdigkeiten, Besonderes

Sehenswürdigkeiten
Isemarkt, Innocentiapark, Grindelhochhäuser, Nikolai-Kirche

Barrierefreier ÖPNV

U-Bahn- Anbindung
Éppendorfer Baum (U3). Dort Umsteigemöglichkeit in Stadtbus 114 und Nachtbus 605.
Metrobus- Anbindung
4 (Wildacker <> Brandstwiete),
5 (Nedderfeld Kehre / A-Burgwedel <> Hauptbahnhof- ZOB),
15 (S-Klein Flottbek/ S-Othmarschen <> Alsterchaussee)
Stadtbus- Anbindung
109 (U-Alsterdorf <> Hauptbahnhof- ZOB),
114 (Lufthansa Basis Haupteingang <> U-Klosterstern)
Schnellbus- Anbindung
34 (Lufthansa Basis <> Kirchdorf- Süd)
Nachtbus- Anbindung
605 (Am Licentiatenberg <> Rathausmark)