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Langenhorn

19. Februar 2018

Der Norden wohnt gut – vom Wald zur Hochbahn
Der Stadtteil Langenhorn gehört zum Bezirk Hamburg-Nord. Im Süden wird er durch Fuhlsbüttel, im Westen und Norden durch die zu Schleswig-Holstein gehörende Stadt Norderstedt und im Osten durch Hummelsbüttel begrenzt. Der sicher bekannteste Bürger war der Altbundeskanzler Helmut Schmidt.

Ein Fachwerkgebäude im Krankenhaus in Hamburg Langenhorn. Rechts im Vordergrund ein blühender Rhododendron.

Gebäude im Krankenhaus

Der Name Langenhorn entstand aus der Bezeichnung für einen großen, langgezogenen Eichen- und Buchenwald: lange Horn. Urkundlich erwähnt wird die Existenz der ehemaligen Landgemeinde bereits 1332, seit 1913 ist Langenhorn ein Stadtteil Hamburgs.

Nach Versuchen mit einer Pferde-Buslinie zwischen Ochsenzoll und Eppendorf entschied sich 1912 der Hamburger Senat nach langen Verhandlungen für die bis heute bestehende Streckenführung zwischen Ohlsdorf und Ochsenzoll. Verzögert durch den Ersten Weltkrieg wurde 1918 mit einer Dampflok der provisorische Betrieb aufgenommen, bereits ab 1921 fuhr die Bahn elektrisch.

Schumacher-Siedlung in Hamburg Langenhorn, entworfen vom Oberbaudirektor Fritz Schumacher

Schumacher-Siedlung

In dieser Zeit begann der Bau von Kleinsiedlungen im Sinne des Selbstversorgungsgedankens, mit Typenhäusern und großen Gartenanteilen. Der damalige Oberbaudirektor Fritz Schumacher plante eine in sich geschlossene Siedlung mit 800 Wohnungen mit allen notwendigen sozialen und wirtschaftlichen Einrichtungen, die für Kriegsteilnehmer und -versehrte sowie kinderreiche Familien vorgesehen war.
Bis 1920 wurden 660 Wohnungen als Doppel- oder Reihenhäuser fertiggestellt und bildeten als Gartenstadt die größte Siedlung dieser Art in Europa. Die Bewohner waren stolz auf Ihre neue Siedlung; durch viele Eigenleistungen entstand eine besondere Gemeinschaft.

Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten wurde zur Einschüchterung der vorwiegend „linken“ Bewohner eine Kaserne der Waffen-SS in unmittelbarer Nähe gebaut, welche nach dem Krieg zum Allgemeinen Krankenhaus Heidberg umgebaut wurde.

Gebäude der denkmalgeschützten Schwarzwaldsiedlung in der Essener Straße in Hamburg Langenhorn

Denkmalgeschützte „Schwarzwaldsiedlung“ in der Essener Straße

Der Schwarzwald in der Hansestadt
In den Jahren 1935 bis 1937 entstanden an der heutigen Essener Straße die „Hanseatischen Kettenwerke GmbH“ und die „Deutsche Messapparate GmbH (MESSAP)“. Hinter den harmlosen Namen verbargen sich die drittgrößten Rüstungsbetriebe der Hansestadt – dort wurden hauptsächlich, auch durch Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge, Granaten und Zünder hergestellt.
Für viele dieser Arbeiten wurden als Fachkräfte Uhrmacher aus dem Schwarzwald benötigt, die eine eigene, im Stil ihrer Heimat errichtete Siedlung bewohnten. Diese heute noch vollständig erhaltene „Schwarzwaldsiedlung“ steht unter Denkmalschutz.

In direkter Nähe befindet sich das Krankenhaus Ochsenzoll, die ehemalige „Landesirrenanstalt“, die durch das Euthanasieprogramm im Dritten Reich traurige Berühmtheit erlangte und mit dem Krankenhaus Heidberg zusammen heute als Asklepios Klinik Nord firmiert.

Einkaufszentrum Langenhorn Markt in Hamburg Langenhorn. Im Vordergrund viele abgestellte Fahrräder, rechts im Hintergrund eine Supermarktkette mit orangener Fassade

Einkaufszentrum Langenhorn Markt

Langenhorn wurde im Zweiten Weltkrieg kaum beschädigt und so begann in den 1950er Jahren verstärkt der Wohnungsneubau. 1965 erhielt Langenhorn mit Eröffnung des „Einkaufszentrums Langenhorn Markt“ mit vielen Läden, Cafés, Restaurants, Arztpraxen und dem Wochenmarkt einen neuen Mittelpunkt, der auch dank Rampen barrierefrei ausgebaut ist.

Erholung vom Verkehr
Drei Hauptverkehrsstraßen durchziehen Langenhorn und sorgen für entsprechendes Verkehrsaufkommen und Staus: die Langenhorner Chaussee, die Tangstedter Landstraße und der Krohnstieg, welcher als Ring 3 die Verbindung zur Autobahn 7 herstellt.
Die Nähe zum Flughafen Fuhlsbüttel bzw. die direkte Lage in der Einflugschneise zur Landebahn 23 sorgen für extreme Lärmbelästigung, die häufig zu Debatten und Beschwerden führte.
Im Gegensatz dazu bieten das Raakmoor, das Naturschutzgebiet Rothsteinsmoor am Jugendpark und die Grünstreifen entlang der Tarpenbek und des Bornbachs Gelegenheit zur Erholung.

Ein Fachwerkgebäude im Krankenhaus in Hamburg Langenhorn

Gebäude im Krankenhaus

Mit der U1 wird Langenhorn über die Haltestellen Fuhlsbüttel Nord, Langenhorn Markt, Langenhorn Nord, Kiwittsmoor und Ochsenzoll erreicht, wobei nur die Haltestellen in Langenhorn Markt und in Kiwittsmoor mit einem Fahrstuhl versehen sind. Weiterhin verkehren die Buslinien 24, 192, 292 und 193.

Wie die meisten Wohnviertel ist auch Langenhorn größtenteils barrierefrei zu bewältigen. Viele der Gehwege sind mit Platten belegt, ansonsten sind die Sandwege befestigt.

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Auf einen Blick

Fläche 13.8 km2
Einwohner Etwa 42000
Einwohner / km2 3000
Barrierefreie Toiletten 1
Postleitzahlen 22415, 22417, 22419
Visualisierung der örtlichen Lage innerhalb Hamburgs

Kunst und Kultur, Sehenswürdigkeiten, Besonderes

Sehenswürdigkeiten
Ansgarkirche, Kirche St. Jürgen, Fritz-Schuhmacher-Siedlung, Schwarzwaldsiedlung

Barrierefreier ÖPNV

U-Bahn- Anbindung
Langenhorn Markt (U1). Dort Umstiegsmöglichkeit in Stadtbusse 192, 193 und 292 sowie Metrobus 24 und Nachtbus 606.

Kiwittsmoor (U1).
Metrobus- Anbindung
24 (U-Niendorf Markt <> Bhf. Rahlstedt)
Stadtbus- Anbindung
192 (U-Langenhorn Markt <> Glashütte-Markt),
193 (Lademannbogen-West <> U-Garstedt),
292 (U-Ochsenzoll <> U-Lattenkamp)
Nachtbus- Anbindung
606 (Rathausmarkt <> U-Langenhorn Markt)