Hamburg ohne Hindernisse erleben
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Marienthal

20. Februar 2018 | Von

Hamburgs Dschungel – Viertel der Alleen

Luftaufnahme vom Wandsbeker Gehölz in Hamburg Marienthal. Laubbaumbeestand mit am Wandgebiet entlang führender mehrspuriger Hauptstraße

Luftaufnahme vom Wandsbeker Gehölz oberhalb der Jüthornstraße

Von oben betrachtet, könnte man das meinen. Im Konkreten jedoch besticht dieser Stadtteil durch überwiegende Einzelhausbauweise, eingebettet in viele Baumalleen und einen schmalen Waldstreifen. Im Westen grenzt Marienthal an Hamm-Nord und Eilbek, im Osten an Jenfeld. An der südlichen Grenze zu Horn verläuft die Autobahn 24, eine Barriere für alle ohne PKW.
Das Tal dieses Quartiers durchzieht im Norden die Bahntrasse der R10, und bildet den Grenzverlauf zu Wandsbek. Die Marienthaler nutzen das nahe Wandsbek für ihre Einkäufe und den Verkehrsknotenpunkt „Wandsbek Markt“ (ZOB), U1. Um von dort zu Fuß in das grüne Viertel zu gelangen, empfehlen sich die Bahnübergänge im „Schlossgarten“ und am „Wandsbeker Bahnhof“. Abseits befinden sich weitere Überwege.
Der Zugang zur Unterführung „Luetkensallee“ ist nicht barrierefrei. Die Robert-Schuman-Brücke (Ring 2) ist dem Autoverkehr vorbehalten.

Bahnübergang in Hamburg Marienthal. Foto zeigt eine geschlossene Schranke am Fußgängerweg mit Teil eines Andreaskreuzes und leuchtendem Rotlicht. Rechts im Vordergrund eine Sitzbank für wartende Fußgänger

Bahnübergang

Vom Schloss zum Wohnquartier
Einst stand ein Schloss in Wandsbek. Das dreiflügelige Gebäude mit Mittelturm ging aus der alten Wandesburg (von 1564) hervor. 1762 kam das Areal in den Besitz des Wandsbeker Politikers und Geschäftsmannes Carl von Schimmelmann. Er riss das alte Herrenhaus ab und erschuf das Wandsbeker Schloss, welches mit einem großen Park- und Gartengebiet umgeben wurde.
Schimmelmanns Erben verkauften das Gelände 1857 an den letzten Besitzer Johann Carstenn. Dieser ließ das noch intakte Schloss 1861 abreißen und parzellierte das gesamte Gebiet in Einzelgrundstücke für ein neues Wohnviertel. Die Wandsbeker Bürger wollten wenigstens einen Teil der Grünflächen erhalten.
So sind das ca. 2 Kilometer lange und 300 Meter breite „Wandsbeker Gehölz“ und die Marienanlage, ein Rest des ehemaligen Schlossgartengebietes. Nachdem Carstenn die Grundstücke gewinnbringend verkauft hatte, wurde der Bereich erschlossen und Marienthal entwickelte sich.

Über den Namen des neuen Stadtviertels gibt es verschiedene Versionen. Als richtig gilt jedoch die Entdeckung eines Wandsbeker Historikers und Autors. Dieser fand in einem Archiv in Schleswig-Holstein alte Schriftstücke, in denen Carstenn die damalige Regierung (den König von Dänemark) um Erlaubnis bittet, das neue Villenviertel „Marienthal“ zu nennen, nach dem Namen seiner ältesten Tochter. 1878 folgte die Eingemeindung nach Wandsbek. Mit dem Groß-Hamburg-Gesetz von 1938 ging Wandsbek an Hamburg.

Kein Hochhaus verstellt den Blick

Alte Villa in Hamburg Marienthal. Links und rechts Laubbäume, in der Mitte die zweistöckige Villa mit spitzem Turmdach

Alte Villa

Bis heute blieb Marienthal von Hochhäusern verschont und ist für Menschen interessant, die sich an alten Villen und schicken Häuser erfreuen. Weitere Monumente sind die Marienanlage, das Husarendenkmal und Kriegerdenkmal im Husarenpark, Einfahrtspfosten und Steinbänke von 1803 in der Hammer Straße (gegenüber Nr. 59) und der Gedenkstein für Matthias Claudius im Wandsbeker Gehölz.
Früher, als man fernere Ziele noch nicht so schnell erreichte, waren das Gehölz und der Schlossgarten ein beliebtes Ausflugsziel der Hamburger. Nahe des Allgemeinen Krankenhauses (Asklepius-Klinik Wandsbek) gab es viele Gasthäuser, Imbiss-Pavillons und sogar eine Pferderennbahn. Heute entdeckt mancher Spaziergänger Kleintiere und Waldvögel im ruhigen Wandsbeker Gehölz.

Wie überall in Hamburg kann man auf Hindernisse treffen: Kopfsteinpflaster, Bahnübergänge, enge Passagen, Steigungen und Gefälle. Kennt man erst die verschlungenen Pfade durch dieses schöne Wohntal, kann man sich in Marienthal barrierefrei bewegen.

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Auf einen Blick

Fläche 3.3 km2
Einwohner Etwa 12300
Einwohner / km2 3726
Barrierefreie Toiletten U-Wandsbek Markt (Euroschlüssel)
Postleitzahlen 22041, 22043, 22089
Visualisierung der örtlichen Lage innerhalb Hamburgs

Kunst und Kultur, Sehenswürdigkeiten, Besonderes

Sehenswürdigkeiten
Wandsbeker Gehölz, Gedenkstein Matthias Claudius, Marienanlage, Husarendenkmal und Kriegerdenkmal (Husarenpark), Einfahrtspfosten und Steinbänke von 1803, Asklepius-Klinik Wandsbek

Barrierefreier ÖPNV

Metrobus- Anbindung
10 (U-Wandsbek Markt <> Glatzer Straße),
23 (U-Niendorf Markt <> U-Billstedt)
Stadtbus- Anbindung
160 (U-Wandsbek Markt <> U-/S-Berliner Tor),
213 (U-/S-Barmbek <> U-Billstedt),
260 (U-Wandsbek Markt <> Borsigstraße- Mitte),
261 (U-/S-Barmbek <> U-/S-Berliner Tor),
263 (U-Wandsbek Markt <> Großlohe)
Schnellbus- Anbindung
35 (Hamburg Messe-Eingang Ost <> Sorenkoppel)
Nachtbus- Anbindung
600 (Bhf. Altona <> Böcklerstraße),
618 (U-Wandsbek Markt <> Sorenkoppel)