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St. Pauli

28. Februar 2018

Ramba Zamba mit ganz viel Herz
Touristen kichern mit schöner Regelmäßigkeit, wenn Ihnen eine ortskundige Fremdenführerin erzählt, dass St. Pauli seinen Namen von Gottes Gnaden erhielt. „Was?“ heißt es dann, „die sündigste Meile der Welt, heißt nach einer Kirche?“

Kneipe "Zum Silbersack" in der Silbersackstraße auf Hamburg St. Pauli. Relativ typische, 1949 gegründete kleine Eckkneipe mit Graffiti an der Außenfassade

Die 1949 gegründete, relativ typische Eck-Kneipe „Zum Silbersack“ in der Silbersackstraße

Nun, so ganz erstaunlich ist das eigentlich nicht. Ja, man könnte sogar behaupten, Milieu und Glaube gehören geradezu zusammen. Schon Jesus selbst hat sich ja bekanntlich immer wieder in den nicht bürgerlichen Gesellschaftsschichten bewegt und sich für diese nachdrücklich eingesetzt. Und Gläubige auf der ganzen Welt eifern bis heute diesem Vorbild nach.

So auch auf St. Pauli: Die großen Kirchen zeigen hier traditionell Flagge und die Mitglieder der Heilsarmee haben wegen ihres Mutes, ihren Glaube in der ihr typischen Art und Weise zu verbreiten, schon fast Kultstatus. Auf jeden Fall werden sie von echten Kiezlern respektiert und es gilt als absolutes No go, den Musikern gegenüber in irgendeiner Weise ausfallend zu werden.

St. Pauli Fischmarkt in Hamburg St. Pauli/ Altona. Zu sehen ist der Fischmarkt von Richtung Osten aus, mit Teilen der Fischauktionshalle. Zahlreiche Marktstände und Personen.

St. Pauli Fischmarkt

Die Geschichte des Hamburger Bergs, so der frühere Name St. Paulis, ist lang und wechselvoll und soll an anderer Stelle ausführlich beschrieben werden. Für den Besucher heutiger Tage ist natürlich der Fischmarkt ein Begriff: dort werden nicht nur günstig Fisch, Blumen und Obst feilgeboten, sondern hier finden sich auch die von der Nacht übrig gebliebenen Nachtschwärmer ein, um in der Fischauktionshalle mit Bratkartoffeln, Spiegelei und Matjes des reichlich genossenen Alkohols Herr zu werden.

Das Kopfsteinpflaster rund um die Halle unterstreicht zwar den traditionellen Charakter des Fischmarktes, für Menschen auf Rädern, Stöckelschuhen oder ohnehin unsicherem Gang allerdings ist es eine Zumutung. Fahrradfahrer lassen ihren Untersatz am besten gleich stehen, Rollstuhlfahrer versichern sich am besten der Hilfe anderer Menschen und richten sich auf schweres Gelände ein. Allerdings sollte sich niemand vom Kopfsteinpflaster abschrecken lassen. Einmal im Leben sollte man Aale-Dieter denn doch gesehen und gehört haben.

Die Reeperbahn ist vor allem eins: grell beleuchtet, laut und meist auch brechend voll. Jedenfalls am Wochenende und natürlich immer erst abends. Tagsüber ist es einfach nur eine wuselige Straße, mit ebenso viel Kneipen und Etablissements, wie es Häuser gibt.

Kultur wird auf der Reeperbahn mittlerweile wieder großgeschrieben: Schmidts Tivoli, das St. Pauli Theater, das Operettenhaus und dazu jede Menge Musikclubs bieten ein vielseitiges und durchaus anspruchsvolles Programm und locken tausende von Besuchern an. Und dann natürlich noch der Hamburg Dom: ein riesiger Jahrmarkt, der dreimal jährlich von Millionen Besucher heimgesucht wird.

Hamburger Dom (Jahrmarkt, Kirmes) auf Hamburg St. Pauli während der Nacht. Zu sehen ist ein "Kraken"-Karussel sowie im Hintergrund ein Riesenrad, beide bunt beleuchtet. Foto von Kiezkickerde auf ipernity.com (Lizenz: CC BY-NC-ND: https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/deed.de)

Hamburger Dom. „Big Monster“-Krake und Riesenrad. Foto: Kiezkickerde auf ipernity.com (Lizenz: CC BY-NC-ND)


Natürlich ist St. Pauli weit mehr, als nur diese ganze Klamauk. Hier leben überdurchschnittlich viele arme Menschen, hier zelebriert der FC St. Pauli seine Fußballspiele, hier tummelt sich Hamburg in Planten und Blomen…

In Sachen Barrierefreiheit hat St. Pauli nicht gerade Vorbild-Funktion. Es ist ein alter, direkt am Elbhang gelegener Stadtteil, was zu so manchem Umweg zwingt und ein gewisses pfadfinderisches Talent erfordert. Die manchmal etwas rüde, aber in der Regel herzliche Hilfsbereitschaft der Bewohner und das unvergleichliche Flair des Stadtteils allerdings entschädigen für diese Unbill.

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Auf einen Blick

Fläche 2.3 km2
Einwohner Etwa 24000
Einwohner / km2 10400
Barrierefreie Toiletten Bahnhof Dammtor, Dom- (Polizei)wache auf dem Heiligengeistfeld, St. Pauli Landungsbrücken (Brücke 4 und 10)
Postleitzahlen 20354, 20355, 20357, 20359, 20459, 22767, 22769
Visualisierung der örtlichen Lage innerhalb Hamburgs

Kunst und Kultur, Sehenswürdigkeiten, Besonderes

Theater
St. Pauli Theater, Schmidt-Theater, Schmidts Tivoli, Operettenhaus, Imperial Theater, Pulverfass Cabaret, Quatsch Comedy Club
Museen
St. Pauli Museum, Hamburger Schulmuseum, Erotic Art Museum
Sehenswürdigkeiten
Reeperbahn, St. Pauli Landungsbrücken, Alter Elbtunnel, Millerntor-Stadion, Heiligengeistfeld (Hamburger Dom)

Barrierefreier ÖPNV

U-Bahn- Anbindung
Bahnhof St. Pauli-Heiligengeistfeld) (U3). Dort Umstiegsmöglichkeit in Stadtbus 112, Metrobus 6, Schnellbusse 36 und 37 sowie Nachtbusse 601, 607, 608, 609 sowie 688.

Bahnhof Messehallen (U2). Dort Umstiegsmöglichkeit in Metrobus 3, Schnellbus 35 und Nachtbus 602
S-Bahn- Anbindung
Bahnhof Landungsbrücken (S1, S2, S3). Dort Umstiegsmöglichkeit in Stadtbusse 111 und 112, Hafenfähren 61, 62, 68, 72, 73, 75 sowie Nachtbus 608. Achtung, der Bahnsteig der U3 verfügt über keinen Fahrstuhlzugang, sondern lediglich über eine Rolltreppe.
Metrobus- Anbindung
3 (Hauptbahnhof, ZOB <> Schenefeld, Schenefelder Platz / Hauptbahnhof, ZOB <> Kraftwerk Tiefstack)
6 (U-Feldstraße / Auf dem Sande, Speicherstadt <> U-Borgweg)
Stadtbus- Anbindung
111 (Bhf. Altona <> Baakenhöft),
112 (Neumühlen/ Övelgönne, Fähre <> Osterbrookplatz)
Schnellbus- Anbindung
35 (Hamburg Messe, Eingang Ost <> Sorenkoppel)
36 (S-Blankenese <> Berner Heerweg)
37 (Schenefeld, Schenefelder Platz <> Bramfelder Dorfplatz)
Hafenfähre- Anbindung
Achtung, Hamburg ist ein Tidehafen mit starken Höhenunterschieden zwischen Ebbe und Flut. Bei Ebbe tw. starkes Gefälle zu den Fähr- Anlegern hinab (bspw. für Benutzer von manuellen Rollstühlen ohne Hilfsperson nicht empfehlenswert!). Zugang zu den Hafenfähren über relativ enge, steile Gangway.
Anleger Landungsbrücken, Brücke 1:
Hafenfähre 72 (Landungsbrücken <> Elbphilharmonie),
Hafenfähre 73 (Landungsbrücken <> Ernst- August- Schleuse),
Hafenfähre 75 (Landungsbrücken <> Steinwerder)

Anleger Landungsbrücken, Brücke 2:
Hafenfähre 61 (Landungsbrücken <> Neuhof)

Anleger Landungsbrücken, Brücke 3:
Hafenfähre 62 (Landungsbrücken <> Finkenwerder),
Hafenfähre 68-Airbus (Landungsbrücken <> AIRBUS, Schiffsanleger)
Nachtbus- Anbindung
601 (S-Wedel <> Rathausmarkt),
602 (Immenbusch <> Kraftwerk Tiefstack),
607 (S-Reeperbahn <> S-Poppenbüttel, Wentzelplatz),
608 (S-Reeperbahn <> Großlohe),
609 (Bhf. Altona <> S-Nettelnburg),
688 (Bhf. Altona <> Rathausmarkt)